Sicherheitspersonal bewacht offenbar den Aufbruch von Spinden!
Mir wurden gestern 100 Euro aus meinem Portemonnaie gestohlen, das sich in einer Tasche innerhalb eines abgeschlossenen Spinds in der Herrenumkleide befand. Mein Spind wurde aufgebrochen. Auch ein benachbarter Spind wurde gewaltsam geöffnet und bestohlen.
Nachdem ich die Polizei verständigt hatte, meldeten sich zudem zwei weitere Besucher aus einer anderen Herrenumkleide, die ebenfalls von Diebstählen betroffen waren. Es handelte sich also keineswegs um einen Einzelfall.
Besonders irritierend ist, dass sich direkt vor der Herrenumkleide während meines gesamten Aufenthalts (ca. 12:00 bis 19:30 Uhr) ein Mitarbeiter des Sicherheitspersonals aufhielt. Die Diebstähle beziehungsweise der Aufbruch der Spinde blieben offenbar unbemerkt. Auch das übrige Sicherheitspersonal machte keinen engagierten Eindruck. Statt selbst Verantwortung zu übernehmen und die Polizei zu verständigen, wurde dies zunächst an den Schichtleiter delegiert. Letztlich habe ich die Polizei selbst gerufen.
Von einem Mitarbeiter erhielt ich lediglich die Nachfrage, ob auch mein Smartphone gestohlen worden sei, verbunden mit der Empfehlung, künftig ein vollummanteltes Schloss zu verwenden. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Vorfall fand nicht statt.
Der Umgang mit den Betroffenen und das offensichtliche Desinteresse des Personals erwecken den Eindruck, dass solche Vorfälle häufiger auftreten und bekannt sind. Konsequenzen oder erkennbare Maßnahmen scheinen daraus jedoch nicht zu folgen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach dem Nutzen des eingesetzten Sicherheitspersonals. Dessen Auftreten wirkte auf mich wenig professionell, demotiviert und unzureichend geschult – ein Eindruck, der auch in anderen Bewertungen geschildert wird.
Eine mögliche Verbesserung wäre die Verlagerung der Spinde in einen videoüberwachten Bereich außerhalb der Umkleiden. Eine Videoüberwachung verhindert Diebstähle zwar nicht vollständig, könnte jedoch abschreckend wirken und die Aufklärung von Straftaten erleichtern.
Positiv hervorzuheben ist, dass das Sommerbad über ein Sportbecken verfügt. Dafür vergebe ich zwei Punkte. Einen weiteren Punkt erhält die großzügige Liegewiese.
Insgesamt bleibt jedoch ein äußerst negativer Eindruck zurück, da die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher offensichtlich keine ausreichende Priorität besitzt.
Nachtrag vom 28.06.:
Ich bin heute erneut im Sommerbad Kreuzberg und habe die Abläufe am Eingang beobachtet. Dabei fiel mir auf, dass der Sicherheitsmitarbeiter an der Express Lane offenbar bekannte Personen ohne erkennbare Kontrolle passieren ließ, während andere Gäste kontrolliert wurden.
Besonders auffällig war, dass ein Besucher das Bad kurz verlassen durfte und dabei heimlich zwei mutmaßliche Eintrittsnachweise an zwei Personen, die wie "Flaschensammler" wirkten und mit einem "Hackenporsche" ausgestattet waren, weitergab. Diese wurden anschließend ohne erkennbare Prüfung eingelassen.
Eine Stunde später bat ich selbst zum Schein darum, das Bad kurz verlassen zu dürfen, um etwas zu holen. Nach Rücksprache mit mehreren Sicherheitsmitarbeitern wurde mir dies jedoch verweigert.
Die unterschiedliche Behandlung vergleichbarer Fälle lässt den Eindruck entstehen, dass einzelne Personen Sonderrechte genießen und die Zutrittskontrollen nicht einheitlich durchgeführt werden.
Meinen Schlüssel und meine In-ear-Kopfhörer habe ich testweise in die kleinen Schließfächer links vom Eingang mit Münzschloss verschlossen. Bin gespannt, ob diese Fächer auch aufgebrochen und bestohlen werden.
Sommerbad Kreuzberg - Berliner Bäder
Von O. K.
am 28. Juni 2026