Die ersten Wochen mit Baby festhalten: 7 Erinnerungen, die später unbezahlbar sind
Zwischen dem geborgenen Gefühl des Babys im Bauch und dem ersten Schrei vergehen Stunden, die hinterher nur noch wie Sekunden wirken. Die ersten Wochen nach der Geburt vergehen wie im Flug. Ihr seid müde, gestresst und auch für euer Baby ist die erste Zeit der Entwicklung mit vielen Anstrengungen verbunden. Und ehe ihr euch verseht, krabbelt der kleine Racker über den Boden und räumt euch die ersten Schubladen aus. Die Erinnerungen an diese Zeit verblassen viel zu schnell, daher solltet ihr sie für später festhalten.
Auf einen Blick:
1. Fotos sind Erinnerungen für die Ewigkeit
2. Schreibt auf, wie euer Baby gerade wirklich ist
3. Nehmt auch die ersten Geräusche auf
4. Bewahrt ein paar winzige Dinge auf
5. Macht einen Hand- oder Fußabdruck
6. Schreibt eurem Baby einen Brief
7. Vergesst den normalen Alltag nicht
8. Erinnerungen brauchen kein perfektes System
1. Fotos sind Erinnerungen für die Ewigkeit
Das Handy ist in den ersten Lebenstagen eines Babys ständiger Begleiter der Eltern. Hier ein Foto mit den stolzen Großeltern und dort eines vom ersten Badezimmer. Vergesst dabei nicht, die ganz besonderen kleinen Details, die nie zurückkommen. Die kleine Hand in eurer oder auch die kleinen Füße sind schon in wenigen Wochen nicht mehr so winzig, daher solltet ihr sie zeitnah aufnehmen.
Denkt unbedingt auch an euch selbst, sonst habt ihr später ganz viele Baby-Fotos, aber kaum welche, auf denen ihr mit drauf seid.
Wenn ihr diese erste Zeit einmal ganz bewusst und ohne Smartphone in der eigenen Hand festhalten möchtet, könnt ihr dafür ein professionelles Shooting einplanen. Anja Jepsen, Neugeborenenfotografin in München, bietet solche Aufnahmen beispielsweise als Homestory bei Familien zu Hause oder in ihrem Tageslichtstudio an.
2. Schreibt auf, wie euer Baby gerade wirklich ist
Wenn ihr ein Babyalbum anlegt, werdet ihr nach Standards gefragt. Was wiegt euer Baby, wie groß war es bei der Geburt, wann kam das erste Zähnchen und wann ist es die ersten Schritte gelaufen? Genauso spannend sind aber auch individuelle Dinge, die vielleicht nur euer Baby macht.
Wie schläft der kleine Mensch ein und welche Geräusche macht er beim Trinken? Habt ihr bestimmte Wickelrituale oder gibt es etwas, was euer Baby immer zum Lachen bringt?
Schreibt solche Beobachtungen regelmäßig in ein kleines Notizbuch oder legt eine Notiz auf dem Smartphone an. Dafür reichen zwei oder drei Sätze pro Woche.
Gerade im ersten Lebensjahr verändert sich enorm viel. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beschreibt die Entwicklung eines Babys im ersten Lebensjahr als besonders rasant und weist gleichzeitig darauf hin, wie individuell die einzelnen Entwicklungsschritte verlaufen. Euer persönliches kleines Protokoll muss deshalb keine Meilenstein-Checkliste sein. Es darf einfach zeigen, was euer Kind in diesem Moment ausmacht.
3. Nehmt auch die ersten Geräusche auf
Denkt unbedingt an Audio-Erinnerungen, denn Fotos halten zwar viel fest, sie holen aber keine Geräusche zurück. Das lustige Glucksen eures Babys beim Wickeln oder auch das erste richtige Lachen sind Erinnerungen, die auch euer Kind später gern hören möchte.
Ihr müsst dafür nicht ständig filmen. Im Gegenteil: Wenn bei jedem schönen Moment sofort das Smartphone gezückt wird, erlebt ihr irgendwann mehr durch den Bildschirm als miteinander.
4. Bewahrt ein paar winzige Dinge auf
Der erste Body sieht nach wenigen Wochen plötzlich unglaublich klein aus. Genau deshalb fällt es vielen Eltern schwer, sich von bestimmten Babysachen zu trennen.
Ihr müsst natürlich nicht jedes Kleidungsstück aufbewahren. Sucht lieber einige wenige Dinge aus, die tatsächlich eine Geschichte erzählen. Das kann das erste Mützchen aus der Klinik sein, das Namensbändchen, ein besonders geliebter Body oder die Karte, mit der Familie und Freunde zur Geburt gratuliert haben.
Eine kleine Erinnerungsbox verhindert, dass daraus irgendwann mehrere Kisten werden. Legt nur hinein, was euch wirklich etwas bedeutet.
Schreibt bei Gegenständen, deren Geschichte nicht sofort erkennbar ist, eine kleine Notiz dazu. In zehn oder zwanzig Jahren wisst ihr sonst möglicherweise noch, dass ihr dieses winzige Paar Söckchen unbedingt behalten wolltet, aber nicht mehr warum.
5. Macht einen Hand- oder Fußabdruck
Babyhände und Babyfüße sind ein Klassiker unter den Erinnerungen. Das liegt vermutlich daran, dass ihre tatsächliche Größe auf einem Foto nur schwer zu erkennen ist.
Falls ihr das Originalmaß erhalten wollt, macht mit einem Stempelkissen einen Abdruck. Es gibt babygeeignete Produkte, bei denen die empfindliche Haut nicht mit Farbe in Berührung kommt. Als Alternative bietet sich ein Abdruck mit Modelliermasse an.
Notiert Datum und Alter eures Babys direkt daneben. Wenn ihr möchtet, wiederholt ihr den Abdruck nach sechs oder zwölf Monaten. Erst im direkten Vergleich wird sichtbar, wie viel sich innerhalb kurzer Zeit verändert hat.
6. Schreibt eurem Baby einen Brief
Nicht jede Erinnerung muss dokumentieren, was euer Baby gemacht hat. Haltet auch fest, wie sich diese erste gemeinsame Zeit für euch angefühlt hat.
Schreibt eurem Kind beispielsweise einen Brief über die ersten Tage zu Hause. Was hat euch überrascht? Worüber habt ihr gelacht? Was war schwieriger als erwartet? Wie hat sich der erste Abend als Familie angefühlt?
Anschließend verschließt ihr den Brief und packt ihn in eine Erinnerungsbox. Wenn aus eurem Baby längst ein junger Erwachsener geworden ist, könnt ihr den Brief zum 18. Geburtstag verschenken.
7. Vergesst den ganz normalen Alltag nicht
Die ersten Schritte des Babys oder auch der erste Geburtstag sind typische Meilensteine, die permanent fotografiert werden. Aus dem Gedächtnis verschwindet aber ein alltäglicher Dienstagmorgen, doch genau diese Bilder sind später lustig, komisch und auch nostalgisch. Fotografiert ruhig auch mal das Chaos im Kinderzimmer oder das improvisierte Nachtlager, wenn euer Baby die erste Erkältung hatte. Haltet fest, wie chaotisch euer Wohnzimmer manchmal aussah oder wie der Frühstückstisch nach Babys Breimahlzeit hinterlassen wurde.
Solche authentischen Momente passen vielleicht nicht ins perfekte Baby-Album, sie sind aber zumindest eine schöne Möglichkeit, Realismus zu bewahren.
8. Erinnerungen brauchen kein perfektes System
Ihr müsst bei Erinnerungen nicht das machen, was die anderen machen, sondern nur was euch gefällt. Wenn ihr zum Beispiel Lust auf ein Babytagebuch habt, schreibt es. Knipst ihr lieber, nehmt das Handy und haltet euren Alltag fest. Wichtiger als die Form ist, dass ihr überhaupt ein paar Dinge bewahrt. Erstellt beispielsweise einmal im Monat einen eigenen Fotoordner, schreibt sonntags drei Sätze über die vergangene Woche oder legt besondere Kleinigkeiten in eine Erinnerungsbox.
Und wenn in einer turbulenten Woche überhaupt nichts dokumentiert wurde, ist das genauso in Ordnung. Ihr erlebt diese Zeit schließlich nicht, um sie vollständig zu archivieren.
Die schönsten Erinnerungen entstehen ohnehin mitten im Alltag, beim Kuscheln auf dem Sofa, während einer langen Nacht oder wenn euer Baby plötzlich einen Gesichtsausdruck macht, den ihr noch nie gesehen habt. Manchmal lohnt es sich, die Kamera hervorzuholen. Und manchmal ist es viel schöner, sie einfach liegen zu lassen.
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