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Ein LĂ€cheln in Arbeit: Alles, was ihr ĂŒber Zahnspangen fĂŒr Kinder wissen mĂŒssen

05. Dezember 2025   Lisa Backsen
Ein Kind lÀchelt und zeigt die feste Zahnspange im Mund
Die Zahnspange ist ein hÀufiger Begleiter der Kinder- und Jugendzeit ©Canva

Circa 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland tragen eine Zahnspange, die eine Fehlstellung der ZĂ€hne korrigiert. Wann ist der richtige Zeitpunkt fĂŒr eine Zahnspange und wer stellt fest, ob eine benötigt wird? Im Artikel widmen wir uns den wichtigsten Aspekten rund um Zahnspangen und KieferorthopĂ€die und tragen die relevantesten Informationen fĂŒr euch zusammen.

Auf einen Blick:

1. Wann ist eine Zahnspange notwendig?
2. Arten von Zahnspangen
3. So lÀuft die Behandlung ab
4. Pflege, Mundhygiene & Essen
5. Kosten 
6. Vorbeugen
 

1. Wann ist eine Zahnspange notwendig? 

Die wenigsten Menschen haben ausschließlich gerade ZĂ€hne und das ist völlig normal! Minimal schiefe ZĂ€hne und kleine ZahnlĂŒcken verursachen normalerweise keine Beschwerden und machen jedes LĂ€cheln einzigartig. Doch es gibt Zahnfehlstellungen, die zu Problemen fĂŒhren und behandelt werden mĂŒssen. Eine gute ZahnĂ€rzt*in beobachtet Zahnfehlstellungen und wird euch rechtzeitig an eine kieferorthopĂ€dische Praxis verweisen.

Anzeichen fĂŒr Zahnfehlstellungen und Kieferprobleme

Eine kieferorthopĂ€dische Behandlung wird durchgefĂŒhrt, wenn das Kind durch sehr schiefe ZĂ€hne oder eine Fehlstellung des Kiefers Probleme beim Kauen, Schlucken, Sprechen, ZĂ€hneputzen oder Atmen hat oder entwickelt. UnregelmĂ€ĂŸige Gebisse können auch zu ungleichmĂ€ĂŸiger Abnutzung oder Fehlbelastungen fĂŒhren.

Zahnfehlstellungen, die hÀufig eine kieferorthopÀdische Behandlung zur Folge haben, sind u.a. folgende:

  • „offener Biss“ (Vorder- und SeitenzĂ€hne oben und unten treffen nicht ideal aufeinander)
  • zu kleiner Kiefer
  • Über- oder Unterbiss (Obere oder untere Zahnbogen ist grĂ¶ĂŸer und steht hervor)
  • Kreuzbiss (BackenzĂ€hne beißen nicht optimal aufeinander)
  • es fehlen ZĂ€hne
  • ZĂ€hne stehen schief, wachsen nach innen, nach außen oder in Richtung benachbarter ZĂ€hne

Die Korrektur der Zahnfehlstellungen und die Verbesserung des Bisses werden mit Hilfe von Zahnspangen behandelt. Die Art der Zahnspange und die Dauer der Behandlung sind individuell. Viele Betroffene erleben eine Steigerung des Selbstbewusstseins durch das “GeraderĂŒcken” der ZĂ€hne und so kann auch eine rein kosmetische Behandlung von schiefen ZĂ€hnen einen positiven Effekt auf die mentale Gesundheit haben.

Empfohlene Altersgruppen fĂŒr eine Zahnspangenbehandlung

Die meisten Zahnfehlstellungen werden im Alter von 12 bis 16 Jahren behandelt. In diesem Alter haben die Kinder bereits alle MilchzÀhne verloren, aber der Kiefer ist noch im Wachstum und lÀsst sich so leichter formen.
In manchen FĂ€llen bekommen bereits Kinder ab 6 Jahren eine meist lose Zahnspange. Dies geschieht bei schweren Zahnfehlstellungen zur Vorbereitung auf die weitere Behandlung im Jugendalter.
 

2. Arten von Zahnspangen

Feste Zahnspangen

Eine feste Zahnspange ist der Klassiker fĂŒr die Zahnkorrektur. Sie kann fĂŒr fast alle Zahn- und Kieferfehlstellungen verwendet werden und sowohl an den AußenflĂ€chen (mit Bukkalbrackets) als auch an den InnenflĂ€chen (mit Lingualbrackets) angebracht werden. Durch die permanente Verbindung mit dem Gebiss verschiebt die feste Spange ZĂ€hne und Zahngruppen in die gewĂŒnschte Endposition. Der frĂŒheste Zeitpunkt fĂŒr eine feste Zahnspange ist, wenn die 6-Jahres-Molaren (die ersten großen BackenzĂ€hne) und die bleibenden FrontzĂ€hne durchbrechen. In der Regel tragen die Jugendlichen die festen Zahnspangen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Dies hĂ€ngt vor allem von der Schwere der Fehlstellung und dem Alter der Patient*innen ab.

Ein wichtiges Thema bei Jugendlichen ist die Farbe der Brackets. Am weitesten verbreitet sind die Metallbrackets, da diese besonders robust, aber durch ihre metallische Farbe meist relativ auffĂ€llig sind. UnauffĂ€lliger, aber auch teurer sind Keramikbrackets, die der natĂŒrlichen Zahnfarbe Ă€hneln.

Herausnehmbare Zahnspangen

Mit herausnehmbaren oder losen Zahnspangen können ZĂ€hne nicht als Ganzes bewegt werden. Lose Zahnspangen werden hĂ€ufig zur Vorbereitung auf eine feste Spange genutzt oder um z.B. EngstĂ€nde im Milchzahngebiss aufzulösen und so mehr Platz fĂŒr die bleibenden ZĂ€hne zu schaffen. Auch nach dem Tragen einer festen Zahnspange wird hĂ€ufig eine lose Zahnspange verordnet, damit sich die ZĂ€hne nicht wieder zurĂŒck verschieben. 

Aktuell sind Aligner sehr beliebt, die hÀufig zur unauffÀlligen Korrektur von Zahnfehlstellungen im Erwachsenenalter genutzt werden. Aligner sind unauffÀllige Schienen, die möglichst den ganzen Tag getragen werden. Aligner können bei einigen Fehlstellungen die feste Zahnspange ersetzen und werden daher zur Behandlung von Zahnfehlstellungen bei Jugendlichen immer beliebter.

3. So lÀuft die Behandlung ab

Zahnspange wird in der kieferorthopĂ€dischen Praxis geprĂŒft
Der Sitz der Zahnspange wird regelmĂ€ĂŸig kontrolliert ©Canva

In der Regel bemerkt eure ZahnĂ€rzt*in bei den Kontrollbesuchen, ob bei euren Kindern Fehlstellungen vorhanden sind und ĂŒberweist euch bei Bedarf an eine kieferorthopĂ€dische Praxis. Falls euch schiefe ZĂ€hne oder Fehlbisse auffallen, könnt ihr auch selbststĂ€ndig einen Termin bei einer KieferorthopĂ€d*in vereinbaren. 

Beim Besuch der kieferorthopĂ€dischen Praxis stellt die Ärzt*in ĂŒblicherweise mit Hilfe von Röntgenbildern und Gipsabdruck fest, ob Fehlstellungen vorliegen und wie schwerwiegend diese sind. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Zahnspange. Es gibt fĂŒnf kieferorthopĂ€dische Indikationsgruppen. Bei Fehlstellungen der Gruppen 3-5 wird eine Zahnspange von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Bei den Gruppen 1-2 sind die Fehlstellungen nicht schwerwiegend genug und die Eltern mĂŒssen die Zahnspange selbst zahlen, falls keine Zusatzversicherung vorhanden ist. HĂ€ufig schaut sich die KieferorthopĂ€d*in auch die Lage der WeisheitszĂ€hne an und rĂ€t gegebenenfalls dazu, diese frĂŒhzeitig zu entfernen, wenn erkennbar ist, dass diese das Zahnbild negativ beeinflussen können. 

Wenn eine Zahnspange notwendig ist, wird ein Behandlungsplan erstellt, in dem steht, welche Art der Zahnspange wie lange getragen werden muss. Dieser wird an die Krankenkasse geschickt.

Nach BestĂ€tigung der Krankenkasse bezĂŒglich der KostenĂŒbernahme beginnt die Behandlung mit dem Einsetzen der festen Zahnspange bzw. der Anfertigung der losen Zahnspange. Besonders bei festen Zahnspangen treten in den ersten Tagen leichte Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Mundraum auf. Etwa alle 4-8 Wochen wird der Sitz der Spange kontrolliert und nachgezogen. Nachdem die feste Zahnspange entfernt wird, werden hĂ€ufig Retainer eingesetzt oder eine lose Zahnspange verordnet, damit die ZĂ€hne sich nicht wieder zurĂŒck verschieben.
 

4. Pflege, Mundhygiene & Essen wÀhrend der Behandlung

Beim Tragen der Zahnspange sollte der Mundhygiene besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zwischen den Brackets oder den Metallteilen der festen Zahnspange bilden sich oft Nischen, in denen sich Plaque ansammelt. Damit die ZĂ€hne nach der Behandlung nicht nur gerade, sondern auch gesund sind, sollten sie immer aufmerksam mit (elektrischer) ZahnbĂŒrste, Zahnseide und InterdentalbĂŒrsten gereinigt werden. 

Auch lose Zahnspangen sollten tĂ€glich mit ZahnbĂŒrste und Zahnpasta gereinigt werden. Außerdem ist eine regelmĂ€ĂŸige Reinigung mit Hilfe spezieller Reinigungstabs ratsam.

Eine professionelle Zahnreinigung ist besonders wĂ€hrend des Tragens einer Zahnspange empfehlenswert und sollte regelmĂ€ĂŸig in Anspruch genommen werden.
Damit die Zahnspange unbeschĂ€digt bleibt, ist es eine gute Idee, auf sehr sĂŒĂŸe, klebrige oder knusprige Sachen (Popcorn, Karamell, Kaubonbons) bestenfalls zu verzichten. Harte Lebensmittel wie Äpfel, Karotten oder Brotrinden sollten in kleinere StĂŒcke geschnitten werden. 
 

5. Kosten fĂŒr eine Zahnspange

Eine kieferorthopĂ€dische Behandlung belĂ€uft sich schnell auf eine mittlere vierstellige Summe. Wenn die Schwere der Zahnfehlstellung den kieferorthopĂ€dischen Indikationsgruppen 3-5 zugeordnet wird, werden die Kosten fĂŒr die Regelversorgung von den gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernommen. Allerdings werden am Anfang nur 80 Prozent gezahlt, die restlichen 20 Prozent mĂŒssen zunĂ€chst von den Eltern vorgestreckt werden. Diese werden erst nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung erstattet.

Was heißt Regelversorgung?

Dass die gesetzlichen Krankenkassen nur die Regelversorgung ĂŒbernehmen, bedeutet, dass nur die einfachste Form der Behandlung bezahlt wird. Jegliche SonderwĂŒnsche wie z.B. transparente Zahnspangen, Mini-Metall- oder Kunststoff-Brackets mĂŒssen privat abgerechnet werden. Wenn ihr eine Krankenzusatzversicherung (z.B. von der Allianz) habt, werden euch von dieser auch viele solcher Sonderleistungen, die ĂŒber die Regelversorgung hinausgehen, erstattet.
 

6. Vorbeugen

Richtig ZĂ€hne putzen: Kinder stehen vor dem spiegeln und putzen gemeinsam ZĂ€hne
Mund- und Zahnhygiene ist essenziell Â©Allianz

Kann man einer kieferorthopĂ€dischen Behandlung vorbeugen? Nicht jede Zahnfehlstellung lĂ€sst sich vermeiden, doch mit ein paar kleinen Tipps vergrĂ¶ĂŸert ihr die Chance, dass euer Kind auf die Zahnspange verzichten kann.

Die wichtigste Maßnahme ist eine grĂŒndliche Zahnhygiene, denn gesunde ZĂ€hne ohne Karies sind die wichtigste Grundlage fĂŒr einen gesunden Mund. Im Kindaling Magazin findet ihr ĂŒbrigens auch hilfreiche Tipps rund ums ZĂ€hneputzen. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass sich Angewohnheiten wie Daumenlutschen, NĂ€gelkauen oder ZĂ€hneknirschen nicht etablieren, da diese Fehlstellungen verstĂ€rken. Dazu gehört auch, dass Kinder möglichst bis zum Ende des zweiten Lebensjahres von Schnullern abgewöhnt werden.
Ein weiterer Faktor ist die Mundatmung. Kinder sollten möglichst durch die Nase atmen. Die Nasenatmung sorgt fĂŒr die richtige Position der Zunge im Mund, was das Wachstum des Oberkiefers fördert sowie fĂŒr eine guten UmspĂŒlung der ZĂ€hne mit Speichel sorgt. Dies stĂ€rkt den Zahnschmelz und senkt damit das Kariesrisiko. 

 

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