für Eltern & Kinder
Zeitumstellung mit Kindern
Zweimal im Jahr wird die Uhr umgestellt. Doch warum überhaupt? Welche Vor- & Nachteile hat die Zeitumstellung? Und wie können wir unsere Kids am besten auf diesen "Mini-Jetlag" vorbereiten, damit der Schlafrhythmus nicht komplett aus dem Gleichgewicht gerät? Im Artikel findet ihr hilfreiche Tipps, spannende Fakten, eine Erklärung für Kids und mehr Infos rund um die Zeitumstellung.
Auf einen Blick:
1. Wann ist die nächste Zeitumstellung
2. Zeitumstellung mit Kind: So klappt's mit dem Schlaf
3. Zeitumstellung - wieso überhaupt?
4. Vor oder zurück? Die besten Eselsbrücken
5. Zeitumstellung für Kinder erklärt
6. Was macht die Zeitumstellung mit unserem Körper?
7. Fünf (kuriose) Fakten zur Zeitumstellung
8. Zeitumstellung weltweit
9. Abschaffung Zeitumstellung
1. Wann ist die nächste Zeitumstellung?
Die nächste Zeitumstellung ist am Sonntag, 25. Oktober 2026. Um 3 Uhr wird die Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. So bekommen wir jeden Herbst eine Stunde mehr Schlaf. Die darauffolgende Zeitumstellung ist am Sonntag, 28. März 2027, dann wird die Uhr um 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt.
2. Zeitumstellung mit Kind: So klappt's mit dem Schlaf
Zur Zeitumstellung springt die Uhr springt über Nacht um eine Stunde, die innere Uhr eurer Kids allerdings nicht. Damit das nicht zum Problem wird, ist es am besten, wenn ihr den Rhythmus schon ein paar Tage vorher in kleinen Schritten verschiebt. Passt die Zeiten von Schlafengehen, Mahlzeiten und Mittagsschlaf einfach täglich ein wenig an.
Im Herbst: Die Uhr wird zurückgestellt
Am Sonntag, 25. Oktober 2026, wird um 3 Uhr die Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Für eure Kinder heißt das: Sie werden abends eine Stunde „zu früh“ müde und sind morgens eine Stunde früher wach – aus 6 Uhr wird gefühlt 5 Uhr. Unser Tipp: Ab Montag vor der Umstellung jeden Abend 10 Minuten später ins Bett.
| Tag | Schlafenszeit (Beispiel: normalerweise 19 Uhr) |
| Mo, 19.10. | 19:10 |
| Di, 20.10. | 19:20 |
| Mi, 21.10. | 19:30 |
| Do, 22.10. | 19:40 |
| Fr, 23.10. | 19:50 |
| Sa, 24.10. | 20:00 |
| So, 25.10. | 19:00 - neue Zeit, geschafft! |
Frühstück, Mittagessen und Mittagsschlaf verschiebt ihr am besten genauso mit.
Im Frühling: Die Uhr wird vorgestellt
Am Sonntag, 28. März 2027, wird um 2 Uhr die Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Jetzt ist es umgekehrt: Abends sind die Kinder noch nicht müde, morgens kommen sie schwer aus dem Bett – besonders am ersten Kita- oder Schulmorgen. Unser Tipp: Ab Montag vor der Umstellung jeden Abend 10 Minuten früher ins Bett und morgens 10 Minuten früher wecken.
| Tag | Schlafenszeit (Beispiel: normalerweise 19 Uhr) |
| Mo, 22.03. | 18:50 |
| Di, 23.03. | 18:40 |
| Mi, 24.03. | 18:30 |
| Do, 25.03. | 18:20 |
| Fr, 26.03. | 18:10 |
| Sa, 27.03. | 18:00 |
| So, 28.03. | 19:00 - neue Zeit, geschafft! |
Auch im Frühling solltet ihr die Mahlzeiten jeden Tag einige Minuten früher auf den Tisch zu bringen und den Mittagsschlaf anpassen.
Tipps nach Alter
Babys (bis 1 Jahr):
In den ersten Lebensmonaten gibt es meist noch keinen festen Tag-Nacht-Rhythmus - dann fällt die Zeitumstellung kaum ins Gewicht. Richtet euch weiter nach den Signalen eures Babys. Hat sich schon ein Rhythmus eingespielt, verschiebt ihr Stillen oder Fläschchen und Schlafenszeiten in kleinen Schritten von 10–15 Minuten mit. Wichtiger als die Uhrzeit ist ein gleichbleibendes Abendritual.
Kleinkinder und Kita-Kinder (1 bis 5 Jahre):
Rituale sind jetzt euer bester Freund: Baden, Zähneputzen, Buch, Licht aus - alles wie immer, nur zu einer leicht anderen Uhrzeit. Den Mittagsschlaf verschiebt ihr mit, damit das Kind abends müde genug ist. Gegen frühes Aufwachen im Herbst hilft eine Kinder-Lichtwecker-Uhr: „Aufstehen erst, wenn die Uhr grün leuchtet.“ Plant für den ersten Kita-Tag nach der Umstellung etwas mehr Zeit am Morgen ein.
Schulkinder:
Größere Kinder können schon verstehen, was passiert – erklärt ihnen die Umstellung und lasst sie am Wochenende selbst die Uhren umstellen. Im Frühling ist der erste Schulmontag am schwierigsten: Sonntagabend früh ins Bett und Bildschirme früher aus.
Typische Probleme bei Zeitumstellung – und was hilft
- Im Herbst: „Mein Kind ist plötzlich um 5 Uhr wach.“
Haltet das Kinderzimmer morgens richtig dunkel und startet den Tag nicht sofort mit Licht, Frühstück oder Tablet. Schiebt das Frühstück jeden Tag ein paar Minuten nach hinten. Meist hat sich das nach einigen Tagen bis etwa einer Woche eingependelt. - Im Frühling: „Mein Kind will abends einfach nicht schlafen.“
Tagsüber viel Tageslicht und Bewegung an der frischen Luft, abends gedimmtes Licht und ruhige Aktivitäten. Den Mittagsschlaf nicht zu spät ansetzen und eher etwas kürzen. - „Wir haben die Vorbereitung verpasst.“
Kein Problem: Teilt die Stunde auf und macht Samstag eine halbe Stunde, Sonntag die zweite. Oder stellt einfach am Sonntag um und haltet die gewohnten Rituale ein. Die meisten Kinder gewöhnen sich innerhalb weniger Tage an die neue Zeit.
Kleiner Trost: Im Herbst profitieren Eltern von Kindern, die sowieso zu spät ins Bett gehen. Die Umstellung schiebt sie ganz von allein eine Stunde nach vorn.
3. Zeitumstellung - wieso überhaupt?
Der Brite William Willet gilt als Erfinder der Sommerzeit, die im Englischen "Daylight Saving Time" genannt wird. Er schlug vor, die Uhren im Frühjahr um eine Stunde vorzustellen, um auch am Abend noch länger Tageslicht zu haben. Die erste Zeitumstellung in Deutschland fand im Jahr 1916 während des ersten Weltkriegs statt. Ziel war auch hier, Energie und Geld einzusparen. Nach Kriegsende wurde die Sommerzeit wieder abgeschafft. Um dann während des zweiten Weltkriegs wieder eingeführt und 1950 wieder außer Kraft gesetzt zu werden. Seit 1980 werden die Uhren wieder zweimal im Jahr umgestellt. Das Ziel der Sommerzeit sollte vor allem eines bewirken: Energie sparen. In einer Studie kam das deutsche Büro für Technikfolgen-Abschätzung aber zu dem ernüchternden Ergebnis, dass die Energieersparnis durch die Sommerzeit bei mageren 0,21 Prozent liegt.
Was die meisten Menschen von der Zeitumstellung merken, ist die Veränderung der Lichtverhältnisse. Bei der Umstellung auf die Winterzeit wird es morgens eine Stunde früher hell und so vielleicht das Aufstehen erleichtert. Abends wird es aber auch schneller dunkel. Bei der Umstellung auf die Sommerzeit im März ist es andersherum: Es wird später hell und abends später dunkel.
4. Vor oder zurück? Die besten Eselsbrücken zur
Sommerzeit, Winterzeit, vor und zurück: Jedes Jahr auf's Neue sind wir unsicher, wird die Uhr nun vor oder doch zurück gestellt? Mit diesen Merksätzen gehört das ab jetzt der Vergangenheit an. Auch Kindern könnt ihr anhand dieser Eselsbrücken die Zeitumstellung wunderbar erklären.
- "Immer zum Sommer hin": Im Herbst entfernen wir uns (eine Stunde) von ihm und im Frühling kommen wir ihm (wieder eine Stunde) näher.
- "Die Balkon-Regel": Ihm Frühjahr stellen wir die Möbel vor die Türe und im Herbst holen wir sie wieder zurück.
- "Der Thermometer-Trick": Die Zeitumstellung orientiert sich an den Außentemperaturen; im Frühjahr wandern wir zu "Plus" im Winter zu "Minus".
- "Früher aufstehen im Frühling": Früher raus im Frühjahr, später aus den Federn zur Winterzeit.
5. Zeitumstellung für Kinder erklärt
Ist euer Kind auch so neugierig und wissbegierig und löchert euch mit Fragen. Wieso, weshalb, warum? So könnt ihr es leicht erklären:
"Zweimal im Jahr werden alle Uhren umgestellt: einmal im Frühling und einmal im Herbst. Im Frühling drehen wir die Uhr eine Stunde vor. Dann bleibt es abends länger hell, und ihr könnt länger draußen spielen. Im Herbst drehen wir die Uhr wieder eine Stunde zurück. Diesmal passiert das in der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober: Um 3 Uhr springt die Uhr zurück auf 2 Uhr – und alle bekommen eine Stunde Schlaf geschenkt! Unsere Körper hat auch eine Uhr, aber die kann man die nicht verstellen. Deshalb seid ihr in den ersten Tagen vielleicht abends früher müde oder morgens früher wach. Nach ein paar Tagen hat sich euer Körper an die neue Zeit gewöhnt."
Ihr könnt euch auch einfach gemeinsam dieses tolle Erklärvideo vom SRF Kids anschauen - hier wird die Zeitumstellung kurz und kindgerecht erklärt.
6. Was macht die Zeitumstellung mit unserem Körper?
Wer schon einmal in eine andere Zeitzone gereist ist, weiß, dass Jetlag einen ganz schön mitnehmen kann. Die innere Uhr wird durcheinander gewirbelt und genau so fühlt man sich auch. Außerhalb von Raum und Zeit. Doch was macht der durch die Zeitumstellung verursachte "Mini-Jetlag" eigentlich mit uns? Und mit unseren Kindern?
Ein Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchte zusammen mit Chronobiologe Till Roenneberg an 55.000 Menschen die gesundheitlichen Auswirkungen der Zeitumstellung auf den menschlichen Körper. "Auch wir waren überrascht, wie stark die Effekte sind. Diese wurden bisher unterschätzt.", so Till Roenneberg. Unser Körper passt unsere sogenannte "Innere Uhr" automatisch an den Tag-Nacht-Rhythmus an und orientiert sich dabei an den Reizen der Umwelt.
Daher benötigt unser Körper im Winter mehr Schlaf als im Sommer. Dieser feine Prozess wird durch das künstliche Eingreifen empfindlich gestört, sprich: Unser Körper bleibt vorerst in der ursprünglichen Zeit, während sich alle Ereignisse des Tages verschieben. Roennebergs ernüchterndes Fazit: “Es ist durchaus denkbar, dass die Zeitumstellung langfristig weit größere Auswirkungen hat als bisher geglaubt.”
Der Blutdruck, die Temperatur des Körpers, die Pulsfrequenz und auch die Verdauung sind an den Tagesrhythmus gekoppelt und werden durch die Zeitumstellung beeinflusst. Auch Schlafstörungen können auftreten. Besonders Kinder und Senioren reagieren hier sensibel.
7. (Kuriose) Fakten zur Zeitumstellung
1. Zeitumstellung vs. Freitag, der 13.
2. Die Zeitumstellung geht den Kühen auf den Wecker
Kühe sind hochsensibel und reagieren daher merkbar auf unsere Zeitumstellung. Sie sind feste Melkzeiten gewöhnt. Werden diese nicht eingehalten, dauert es oft bis zu 7 Tagen, ehe sie wieder die volle Menge Milch produzieren und sich an die "neue" Zeit angepasst haben.
3. Auch der Südpol tickt anders
Man sollte meinen, dass eine Zeitumstellung an der Antarktis keinen Sinn macht. Falsch gedacht. Auch hier wird die Uhr umgestellt. Um nämlich die Forschungsstationen an die jeweilige Ortszeit des betreibenden Landes anzupassen. Hättest du's gewusst?
4. Wer muss eigentlich noch an der Uhr drehen?
Die allermeisten Uhren werden automatisch umgestellt, die Umstellung von Funkuhren erfolgt über das Signal einer Sendeanlage. Auch beim Smartphone erfolgt die Umstellung automatisch - sofern ihr die automatische Zeitanpassung aktiviert habt. In der Kindaling-Redaktion muss eigentlich nur noch die Uhr des Backofens umgestellt werden - dieser ist noch nicht so smart!
5. Keinmal, zweimal oder viermal?
Der Wunsch nach der Abschaffung der Zeitumstellung ist groß. Aber wir können froh sein, dass wir nur zweimal an der Uhr drehen. Zwischen 1947 und 1949 gab es in Deutschland nämlich neben der Sommer- und Winterzeit zusätzlich noch die Hochsommerzeit, um das Licht noch besser auszunutzen. Die Nachteile haben aber wohl doch überwogen und schnell kehrte man zu den zwei Zeiten zurück.
8. Wie ticken andere Länder?

Einige Länder haben nur die Winterzeit, beispielsweise China oder Argentinien. Island hat die Zeitumstellung bereits 1968 abgeschafft. Russland hat die Zeitumstellung vor einigen Jahren abgeschafft und hat seitdem Sommerzeit. Belarus zog wenig später nach. Sehr zum Leidwesen vieler Russen, sie klagen darüber, morgens schwerer in die Gänge zu kommen, weil es später hell wird.
Übrigens stellen etwa 40 Prozent aller Länder regelmäßig die Zeit um. Spitzenreiter hier ist Europa. Hier befolgt fast der gesamte Kontinent die regelmäßige Umstellung auf die Sommerzeit.
9. Abschaffung Zeitumstellung: Aktueller Stand.
Die Abschaffung der Zeitumstellung galt als beschlossene Sache. Das Europaparlament hat bereits im März 2019 für eine Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt, da es keinen klaren Vorteil gibt. Die erhoffte Energieeinsparungen dadurch sind wie bereits erwähnt sehr gering. Bisher ist diese Abschaffung aber noch nicht durchgesetzt worden und es scheint auch für die nächsten Jahre wie gewohnt weiterzugehen...
Das Problem bei der Abschaffung ist übrigens, dass sich die europäischen Staaten auf eine Zeit einigen sollen: Soll es immer Sommer- oder immer Winterzeit geben? Hier konnten die Mitgliedstaaten noch keine Lösung finden. Das Problem ist, dass aufgrund der geografischen Ausdehnung der EU nur eine Zeit ohne Umstellung weitreichende Folgen haben könnte. Wäre es z.B. für immer Sommerzeit würde es in den westlichen Teilen der EU erst bis kurz vor 10 morgens dunkel sein, während es bei einer Einigung auf Winterzeit in Teilen Polens im Sommer bereits nachts um 3 hell würde.
Bis sich die Staaten geeinigt haben, bleibt uns also wohl nur dieser Gedanke: Gesunde Menschen haben sich meist innerhalb von drei Tagen an die Zeitumstellung gewöhnt...
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