Das Camp in Winterberg hat meinem Sohn (13) nicht so richtig gefallen. Es war nur eine kleine Gruppe von rund 20 Kindern gemischten Alters. Sie wohnten in einem Hostel mit anderen Gästen (Wanderurlaubern, Senioren & Familien) gemischt. Das Hostel, Lage, Zimmer und Essen waren gut.
Der Englischunterricht war ok, aber laut meinem Sohn sehr einfach vom Stoff her und nicht interessanter gestaltet als in der Schule. Das fanden wir schade, da wir gehofft haben, dass in so einer Kleingruppe die Sprache lockerer und mit mehr Spaß vermittelt werden kann.
Wir haben leider bei der Anmeldung die kleine Auswahlmöglichkeit übersehen, dass es zwei unterschiedliche Camps (Sport- und Mountainbike) gibt, und so war die Enttäuschung bei den Jungs groß, als sie nicht zum Biken angemeldet waren. Aber anstatt mit den Jungs vor Ort eine unkomplizierte Lösung zu finden, wurden sie einfach so abgefertigt, dass es nun nicht mehr ginge.
Wir mussten im Büro in Berlin auf die Problematik aufmerksam machen, und dann klappte es für den nächsten Tag auch mit dem Programm.
Die Bikes sind leider nicht besonders hochwertig- aber was richtig schade war, dass die Kids nicht im Bikepark nebenan fahren durften, sondern eher „Radtouren“ machten. Das wird auf den Fotos bei Buchung und im Text definitiv anders suggeriert. Auch sehr schade!
Insgesamt ist diese Reise für die Kids sehr reglementiert und das sorgte von Beginn an für viel Frustration bei einigen Kindern in der Gruppe. Es gab sehr viele Regeln (um 10 Uhr Nachtruhe bei Jugendlichen!), ständige Strafandrohungen und Strafen („ihr dürft dann morgen nicht mehr in die Stadt“, „wir rufen eure Eltern an“) und viele Teilnahmepflichten (vorgegebenes Abendprogramm, z.B. Disco mit 20 Kindern, die das gar nicht wollten). Es scheint uns, als gibt es ein Programm, dass wird strikt durchgezogen und es finden keine Gespräche mit der Gruppe, oder Kompromisse statt. Die Reiseleitung sagte unter anderem den Jungs, sie mache den Job nur, wegen des Geldes…
Ja, die Jungs waren sehr wild, zum Teil frech und haben auch Blödsinn gemacht. Ja, und sie haben versucht Handys einzuschleusen. Das ist natürlich nicht in Ordnung. Aber die gesamte Atmosphäre vor Ort, war einfach nicht wie eine schöne und lustige Jugendreise gestaltet. Und das frustrierte wohl viele Kinder bei dieser Reise. Das kennen wir von anderen Veranstaltern wirklich ganz anders!
Mein Sohn sagte, es wäre alles noch viel strenger als auf einer Klassenfahrt. Schade gerade dann, wenn die Reise als Highlight in den Sommerferien gedacht war.
Wir werden „Oskar lernt Englisch“ nicht weiterempfehlen können. Vielleicht ist auch das Konzept nicht das Richtige für diese Altersklasse. Für Kinder unter 12 passt das Programm vielleicht besser…
Oskar lernt Englisch | Sprachferien für Kinder & Jugendliche (Camps, Kurse & Sprachreisen)
Von Annie F.
am 18. Juli 2023